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Es ist das Besondere und Unverfälschte, das Modena Estense auszeichnet.

1598 – die das Logo prägende Jahreszahl – bezeichnet nicht nur das Jahr in dem Modena zur Hauptstadt des gleichnamigen Herzogtums (Modena und Reggio Emilia) wurde, und der neue Herzog Cesare d'Este mit seiner Familie in die Stadt zog. Vielmehr ist es auch der Zeitpunkt der Begegnung des Geschlechts mit einem Geschmack, der es auf Jahrhunderte prägen sollte: Balsamico.

Ob der süße Essig als Entschädigung für den Verlust Ferraras an Papst Clemens VIII empfunden wurde, ist nicht bekannt. Sehr wohl jedoch, dass in des Herzogs Schloss eine eigene Acetaia zur Produktion eingerichtet wurde – und dieser hochwertige Essig als l'aceto del duca bekannt war, lange bevor er unter dem heute noch gebräuchlichen Namen Balsamico zum Begriff wurde.

In der Folge stand der Name d'Este europaweit für den kostbaren Essig, der in kleinsten Mengen zu größten Anlässen verschenkt wurde – so erhielt der Habsburger Franz II. anlässlich seiner Wahl zum römisch-deutschen Kaiser im Jahr 1792 in Frankfurt eine einzige (!) Flasche. Und als der amtierende Herzog Ercole III d'Este im Jahr 1796 vor den anrückenden Truppen Napoleons ins sichere Venedig flüchtete, befanden sich im Gepäck seine Balsamico-Fässer, die auch ökonomisch betrachtet von unschätzbarem Wert waren.

 

 

Italienische Dolce Vita verzaubert seit 1598 von Modena aus die Welt.

Damals, als die herzogliche Familie d’Este sich in der Stadt ansiedelte und für die kulinarische Kultur begeisterte. Spezialitäten der Region wurden zum beliebten Aushängeschild der d’Este an den Höfen europäischer Fürsten, Könige und Kaiser – als Geschenke zu besonderen Anlässen wie Krönungen oder Hochzeiten. Über die Jahrhunderte wurde Modena somit gleichsam zum Synonym für italienische Lebensart. Inspiriert von dieser großen Vergangenheit verbindet Modena Estense regionale Herkunft und edle Verpflichtung – mit den besten Spezialitäten, die die Region zu bieten hat.

 

 

Auch die Bedeutung von Modena 1598 für den Export kulinarischer Schätze in die Welt darf als historisch belegt gesehen werden. Die von der Jahreszahl gedeckte Zeit des Übergangs der Renaissance in den Barock ist kulinarisch bedeutsam, kam es doch seit der Entdeckung Amerikas zu einer bedeutenden (und nachhaltigen) Belebung des Geschmacks: Tomate, Paprika, Mais und (sehr lange viel zu vernachlässigt) auch die Kartoffel fassten in Italien Fuß, als bedeutendste Vermählung gilt die Kombination von Spaghetti bzw. Makkaroni mit Tomatensauce (die jedoch erst im 17. Jhdt. und in Sizilien stattfand). Die Herzöge d'Este hingegen waren bekannt für ihre gezüchteten Truthähne, die auf den Tischen der Reichen beliebt und selbst als Hochzeitsgeschenk begehrt waren! Italien exportierte aber nicht nur Kunst und Küche sondern auch das Savoir Vivre – Sauberkeit, gute Manieren und den Gebrauch der Gabel.

Doch auch die (langsame über Jahrzehnte dauernde) Ablöse der Renaissance, die als Wiedergeburt der Antike verlorenes Wissen neu entdeckte und Geist und Mensch auf eine neue, selbsterkennende Ebene hob, durch den Barock, welche die Lust am Leben neu definierte, ist für Modena 1598 bedeutsam: Waren es doch gerade die italienischen Höfe, die für die in jener Zeit typischen sinnesübergreifenden Inszenierung von Speisen bekannt waren! Von Tanzeinlagen begleitete Nachspeisen, mit Gold verzierte Truthahnfedern, aufwändig dargebotene Jagdplatten – alles, um der Kulinarik eine weitere, künstlerische Ebene hinzuzufügen.

Dies wiederum ist unserer Gegenwart nicht unähnlich: Die Inszenierung der Produkte ist Teil des Kauferlebnisses, Heimkinos geben hyperreale Sound-Erfahrungen wieder, und herkömmliche Küchengeräte verschmelzen mit den unendlichen Weiten des Worldwideweb. Und auch das Richard Wagnersche Gesamtkunstwerk (die Kombination aus Musik, Dichtung, Tanz, Architektur und Malerei) bis hin zur heutigen Technologie Virtual Reality und zur Lebens- und Genussorientierung der Zielgruppe der Hedonisten – sie alle haben ihren Ursprung in Modena 1598.